Profil

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Lehren und Lernen im intergenerationalen Dialog

Im Erziehungskontext zeichnen sich pädagogische Felder dadurch aus, dass in einer Differenz zwischen Erwachsenen und Kindern gelehrt und gelernt wird. Der aus dieser Differenz entstehende intergenerationale Dialog ist im Sportunterricht, im Vereinssport und anderen formalen und non-formalen Settings prägend für die sportive Praxis und die Konstruktion der Bedeutung von Sport. Kinde rund Jugendliche befinden sich zwischen Sozialisierung und Selbstgestaltung und interpretieren den ihnen angebotenen Gegenstand Sport. Aus Sicht der Erwachsenen ist es das zentrale Anliegen, Bildungs- und Erziehungsziele zu vermitteln und sicherzugehen, dass diese auch ankommen. Aus Sicht der Kinder und Jugendlichen müssen sowohl Zielvorstellungen der Erwachsenen gedeutet als auch eigene Wünsche platziert werden. In dieser dialogischen Struktur ereignet sich Kinder- und Jugendsport. Sie zu beschreiben und zu analysieren ist eine Forschungsaufgabe, der sich die Abteilung verschrieben hat. Aktuell laufende Projekte fokussieren die SchülerInnensicht auf Ziele und Themen des Sportunterrichts. Mittels Methoden des Child Inclusive Research und anderer qualitativer Verfahren wird das Erleben von Intergenerationalität erforscht.

 

Sport in sozialer Verantwortung

Die Ansprüche an alle relevanten Institutionen Sport auch in sozialer Verantwortung zu implementieren wächst. Das betrifft sowohl den Schulsport als auch Vereinssport oder die Soziale Arbeit. Inklusion, Heterogenität und Migration sind die zentralen Herausforderungen in diesem Bereich. In Kooperation mit internationalen und nationalen PartnerInnen (u. a. Kooperationen mit Lomé/Togo und Windesheim (Niederlande) wird vor allem nach Methoden eines sozial verantwortlichen Kinder- und Jugendsports geforscht. Welche Angebote führen zu Zugang? Welche Inszenierung versprechen Bildungseffekte? Mit dieser eindeutigen Zuwendung zur Bildungs- und Sozialpädagogik betreten wir mit unserer Abteilung bundesdeutsches Neuland. Vorarbeiten wurden an der Bergischen Universität Wuppertal von der Deutschen Sportjugend bereits gefördert. In Mainz und Umgebung werden Felder des Sports in sozialer Arbeit in Zukunft konzipiert und erforscht. Ziel ist es, Sport nicht als Methode sondern als methodisch auszuformendes Mittel der Sozialpädagogik zu verstehen und international einzusetzen.

 

Sportive Jugendkulturen

Sportive Jugendkulturen gelten als Gradmesser der Sportkultur und sportunterrichtliche Herausforderung. Wir erforschen jugendliches Sporttreiben jenseits non-formaler oder formaler Strukturen, weil uns die aktuellen und vielschichtigen Deutungen von Sport interessieren. Aktuell liegt der Fokus auf Fitnesskulturen, die im späten Jugendalter und frühen Erwachsenenalter zurzeit den Freizeitsport dominieren. In der Folge dieses neuen Trends entwickeln sich bestimme Deutungen von Sport im Kontext der Konsum- und Leistungsgesellschaft und es entsteht die Frage, wie mit Fitnesssport als restriktive Wissenskultur pädagogisch umzugehen ist. Autoethnografische und ethnografische Verfahren dominieren die Zugänge zu den entsprechenden Szenen.

 

Tanz, Gestaltung und Kreativität

Wir betreiben kulturelle Bildungsforschung in den Bereichen Tanz und Gestaltung. Dabei zielen wir u. a. auf eine empirische Überprüfung von Wirkungen kultureller Bildung ab. Als Indikatoren für die Wirkung werden Effekte in den Bereichen Kreativität, Selbstkonzept und emotionale Kompetenz bei Kindern in Ganztagsgrundschulen erfasst. Ein besonderer Schwerpunkt liegt hierbei auf der Förderung von Kindern aus bildungsfernen Schichten. Ein weiteres Projekt findet in Kooperation mit der FH Mainz statt und thematisiert die Möglichkeiten digitaler Medien in Bezug auf das kreative Gestalten. Im Fokus sind hier Jugendliche. Die Projekte in diesem Bereich werden vom BMBF gefördert.

 

Ausgewählte Publikationen der letzten drei Jahre

Behrens, C., Zubarik, S. & Henz, D. (2014). Eine experimentelle Studie zum Erleben von ästhetischen Bildungsprozessen im Tanz. In E. Liebau, B. Jörissen & L. Klepacki (Hrsg.), Forschung zur kulturellen Bildung. Grundlagenreflexionen und empirische Befunde (Kulturelle Bildung, 39, S.81-87). München: kopaed.

Behrens, P. & Rathgeb, T. (2015). JIM 2015Jugend, Information, (Multi-) Media. Basisstudie zum Medienumgang 12- bis 19-Jähriger in Deutschland.

Behrens, P. & Rathgeb, T. (2016). JIM 2016 Jugend, Information, (Multi-) Media. Basisstudie zum Medienumgang 12- bis 19-Jähriger in Deutschland.

Bindel, T., Herlitz, B. & Hüpper, H. (2015). „Umgang“ mit Jugendlichen im Projekt GOBOX. In E. Balz & D. Kuhlmann (Hrsg.), Forum Sportpädagogik, Band 7 (S. 69 – 84). Aachen: Shaker.

Bindel, T. (2015). Bedeutsamkeit und Bedeutung sportlichen Engagements in der Jugend. Aachen: Meyer & Meyer.

Bindel, T. (2015). Endstation Fitness – Wie viel Funktionalität hält die informelle Sportkultur aus? In G. Stibbe (Hrsg.). Grundlagen und Themen der Schulsportentwicklung. Brennpunkte der Sportwissenschaft, Band 37 (S. 39 – 49). Sankt Augustin: Academia.

Balz, E., Bindel, T. & Frohn, J. (2017). Wie Kinder ihren Sportunterricht erleben ‒ Studien zum Grundschulsport. Zeitschrift für sportpädagogische Forschung, 5 (1), 45 ‒ 66.

Bindel, T. & Erdmann, M. (2016). Stottern und außerschulisches Sportengagement in der Jugend – eine exemplarische Ergänzung der Inklusionsdebatte. In Zeitschrift für Inklusion, 3 (2016).

Bindel, T. (2016). Generationenambivalenz im Sport von und mit Jugendlichen. In sportunterricht, 65 (6), 175 – 179.

Bindel, T. & Schwarz, R. (2017). Sport-Räume. Entwicklungspotenziale, Problematiken und pädagogische Möglichkeiten. In sportpädagogik, 41 (2), 2 – 7.

Bindel, R. & Bindel, T. (2017). Über Bewegung, Spiel und Sport zur Sprache – Förderchancen eines inklusiven Sportunterrichts. In M. Giese & L. Weigelt (Hrsg.), Inklusiver Sport- und Bewegungsunterricht. Theorie und Praxis aus der Perspektive der Förderschwerpunkte. Aachen: Meyer & Meyer.

Kunze, B. & Bindel, T. (2017). Forschendes Lernen und Service Learning in Studienprojekten. In P. Neumann & E. Balz (Hrsg.), Sportlehrerausbildung heute – Ideen und Innovationen. (S. 218 – 228). Hamburg: Czwalina.